Kapitel I - Allgemeines, Begriffe

2.5 Gasgeräte

2.5.1 Gasgerät

Der Oberbegriff „Gasgerät“ für Gasgeräte ohne oder mit Abgasanlage ist unverändert geblieben und soll auch so verwendet werden. Dass im amtlichen Text der europäischen Gasgeräterichtlinie (90/396/EWG) noch der früher übliche Oberbegriff „Gasverbrauchseinrichtung“ verwendet wird, hat formaljuristische Gründe. Die AVBGasV benutzte noch den Begriff „Gasverbrauchseinrichtungen“, während die Nachfolgeverordnung NDAV nun ebenfalls von „Gasgeräten“ spricht.

Gasfeuerstätte

Gasgeräte, deren Abgase über eine Abgasanlage ins Freie geführt werden, sind unter dem Unterbegriff Gasfeuerstätten zusammengefasst. Da die MBO und dementsprechend auch die Muster Feuerungsverordnung (MFeuV) nur Regelungen für Feuerstätten trifft, sei hier auf die Ausnahme für Haushalts-Gaskochgeräte (Gasherd) hingewiesen, die unter Abschnitt 2.5.4.9 näher erläutert werden.

2.5.2 Gasgeräte-Arten

CEN Technischer Report 1749

Die Einteilung der Gasgeräte nach ihrer Bauart sowie nach ihrer Abgasabführung und ihrer Verbrennungsluftversorgung bzw. Verbrennungsluftzuführung entspricht dem CEN/TR 1749 (TR 1749). Hiernach ist die Klassifizierung von Gasgeräten sehr detailliert in „Typen“ vorgenommen worden. Der europäische Begriff „Type“ wird in der TRGI wie bisher mit „Art“ übersetzt, weil im deutschen Regelwerk und in deutschen Rechtsvorschriften der Begriff Typ bereits anders belegt ist.

Unterscheidung nach Ab­gas­abführung und Verbrennungs-luftversorgung

In der DVGW-TRGI 2008 sind im Vergleich zu den TRGI ’86/96 weitere Arten von Gasgeräten genannt und beschrieben. Diese sind zusätzlich zu den bereits bekannten Arten in den TR 1749 aufgenommen worden. Es sind die Arten B4 und B5; und im neuen Entwurf des TR 1749 die Art C9.

neue Gasgeräte-Arten

In der DVGW-TRGI 2008 sind im Vergleich zu den TRGI ’86/96 weitere Arten von Gasgeräten genannt und beschrieben. Diese sind zusätzlich zu den bereits bekannten Arten in den TR 1749 aufgenommen worden. Es sind die Arten B4 und B5; und im neuen Entwurf des TR 1749 die Art C9.

nicht gebräuchliche Gasgeräte-Arten

In der Palette aller möglichen Gasgeräte-Arten finden sich auch Gasgeräte, die in Deutschland nicht erlaubt sind (wie z. B. Geräte Art C2) oder nicht gebräuchlich sind (wie z. B. Art C7) und für die es daher keine Aufstellregeln gibt. Dieses wird in den nachfolgenden Ausführungen zu diesen Gasgeräte- Arten noch näher textlich erläutert.

selten vorkommende Gasgeräte-Arten

Andererseits sind Gasgeräte-Arten, die in den TGRI ’86/96 noch als „in deutschen Aufstellregeln nicht erfasst“ benannt waren, nun in der DVGW-TRGI 2008 ausgefüllt. Dies ist erforderlich, weil es einige derartige Geräte in Europa gibt und diese somit auch in Deutschland gehandelt (und, wie z. B. bei Gasgeräten Art C7, eventuell nur unter zusätzlichen Auflagen als baurechtliche Ausnahme, eingesetzt) werden können. Der mit der Aufstellung oder Überprüfung befasste Fachmann sollte diese Geräte-Art und Hinweise zur Installation dann auch in der TRGI finden. Die Gasgeräte Art C31 wurde schon in den Ergänzungen zu den TRGI ’86/96 aufgenommen. Die Art B21 gibt es z. B. bei Großküchengeräten unter Dunstabzugsanlagen.

Schemadarstellung jetzt direkt bei Begriffsbestimmung

Die bisher im Anhang 3 der TRGI ’86/96 angeordneten schematischen Darstellungen aller bis dahin europäisch festgelegten Geräte-Arten wurden um die neu in TR 1749 aufgenommenen Geräte-Arten ergänzt. Sie sind jetzt zusammen mit den Erklärungen der Begriffe im Abschnitt 2.5.2 der TRGI zu finden.

Es sind alle Geräte-Arten aufgeführt, auch solche, für die es in Deutschland keine Aufstellregelungen gibt. Es besteht ja die Möglichkeit, dass derartige Geräte aus anderen europäischen Ländern nach Deutschland gebracht werden.

Systematik der Unterteilung der Gasgeräte

Art A: Gasgerät ohne Abgasanlage; das Abgas wird über die Raumlüftung abgeführt

Art B: raumluftabhängig mit Abgasanlage

Art C: raumluftunabhängig mit Abgasanlage

Bedeutung der Indexziffern

Durch zusätzliche Ziffern, die als Index tiefgestellt werden, wird eine weitere Unterteilung der Gasgeräte vorgenommen.

erste Ziffer

Mit der ersten Ziffer wird eine Angabe zur Art und Weise der Abgasabführung und bei Gasgeräten Art C zur Art und Weise der Abgasabführung und der Verbrennungsluftzuführung gemacht (entfällt bei Art A).

So sind

• Gasgeräte Art B1: Gasgerät Art B mit Strömungssicherung

• Gasgeräte Art B2: Gasgerät Art B ohne Strömungssicherung

• Gasgeräte Art B3: Gasgerät Art B ohne Strömungssicherung einschließlich Luft-Abgas-Verbindungsstück, bei dem alle unter Überdruck stehenden Teile des Abgasweges verbrennungsluftumspült sind, zum Anschluss an eine eigene oder eine gemeinsame Abgasanlage (Unterdruckbetrieb)

• Gasgeräte Art B4: Gasgerät Art B mit Strömungssicherung und mit zugehöriger Abgasleitung und Windschutzeinrichtung (System)

• Gasgeräte Art B5: Gasgerät Art B ohne Strömungssicherung und mit zugehöriger Abgasleitung und Windschutzeinrichtung (System)

zweite Ziffer

Mit einer zweiten Indexziffer, ohne Abtrennung durch einen Punkt geschrieben, wird gekennzeichnet,

• ob die Gasgeräte mit einem Gebläse (als Gebläse wird dabei auch ein Ventilator bezeichnet) ausgerüstet sind

– Ziffer 1 bedeutet, dass kein Gebläse vorhanden ist

• und ob sich dieses Gebläse

– hinter dem Wärmetauscher als Abgasventilator (Ziffer 2) oder

– vor dem Brenner als Verbrennungsluftgebläse (Ziffer 3)

befindet.

Bei Geräten Art A entfällt die erste Indexziffer (da es keine Abgasabführung gibt), so dass nur diese zweite Indexziffer allein steht.

Beispiele

Beispiele:

Gerät Art A1:

Gasgerät ohne Abgasanlage (A)

ohne Gebläse A1

Gerät Art B11: (gesprochen „B eins, eins“, nicht „B elf“)

raumluftabhängige Feuerstätte (B),

mit Strömungssicherung (B1),

ohne Gebläse B11

Gerät Art C32: (gesprochen „C drei, zwei“, nicht „C zweiunddreißig“)

raumluftunabhängige Feuerstätte (C)

mit Verbrennungsluftzu- und Abgasabführung senkrecht über Dach (C3)

mit Gebläse hinter dem Wärmetauscher C32

schematische Darstellung der Gasgeräte-Arten

Die Abbildungen in der TRGI zeigen eine schematische Darstellung der in dem TR 1749 aufgenommenen Gasgeräte-Arten. Es sind die Gasgeräte mit den, ggf. zu den Gasgeräten gehörenden (mit diesem gemeinsam als System zertifizierten), Abgasanlagen und ggf. Verbrennungsluftzuführungen dargestellt. In den Bildern vorhandene Schächte sind jeweils Bestandteil der Gebäude und gehören nicht zu den Gasgeräten.

Es wird besonders darauf hingewiesen, dass es sich bei diesen Bildern um schematische Darstellungen handelt. Es sind keine konkreten Aufstellanforderungen dargestellt. Diese sind in Abschnitt 8 bis 10 der TRGI detailliert geregelt und werden an diesen Stellen ausführlich kommentiert.

2.5.2.1 Art A

Gasgeräte Art A „entnehmen“ keine RaumluftEigentlich „entnehmen“ Gasgeräte Art A dem Raum keine Verbrennungsluft. Sie nutzen den Sauerstoff der Raumluft zur Verbrennung und erhöhen dabei den CO2-Anteil in der Raumluft. Sie führen aber, im Gegensatz zu Gasgeräten Art B, keine Raumluft aus dem Raum ab.

Gasgeräte Art A

A1: ohne Gebläse, z. B. Gasherd, Hockerkocher

A2: mit Gebläse hinter dem Brenner oder hinter dem Wärmetauscher

Diese Geräteart ist nicht weit verbreitet, sondern wird nur in bestimmten gewerblich genutzten Geräten eingesetzt. Es bietet sich dann in der Regel auch eine mechanische Abgasabführung über z. B. eine Dunstabzugsanlage an.

A3: mit Gebläse vor dem Brenner
Auch hierbei handelt es sich um gewerbliche Geräte, z. B. Brenner für Glasbläser, Schmiedefeuer. Bei Schmiedefeuern sollten die Abgase über eine Haube mit einem Ventilator und eine Abgasleitung für Überdruck abgeführt werden.

Zusatzkennzeichnung "AS" befreit nicht von Aufstellanforderungen nach 8.2.1 TRGI

In diesem Zusammenhang ist nochmals darauf hinzuweisen, dass Gasgeräte Art A mit der Zusatzkennzeichnung „AS“ nicht von den Aufstellanforderungen nach Abschnitt 8.2.1 der TRGI befreit sind. Diese Abgasüberwachung des Typs „AS“ verhindert nicht mit Sicherheit, dass die Kohlenmonoxid-Konzentration im Aufstellraum 30 ppm überschreitet, siehe dazu auch die Kommentierung zu Abschnitt 2.7

2.5.2.2 Art B Gasgeräte Art B1

Gasgeräte Art B1 haben eine Strömungssicherung.

Art B11

Die Art B11 ist das klassische und am weitesten verbreitete Gasgerät mit Strömungssicherung. Bei Aufstellung in Aufenthaltsräumen ist es mit einer Abgasüberwachung zu versehen. Dabei ist die in den TRGI ’86/96 noch vorhandene Einschränkung, dass dies nur bei einer Nennleistung über 7 kW zutrifft, nicht mehr aktuell. Neu ist auch die Möglichkeit der Absicherung mit einer Abgasüberwachung des Typs „AS“. Siehe dazu auch die Erläuterungen zu Abschnitt 8.2.2.4.3 der TRGI.

Art B12

Das Gasgerät Art B12 ist sicher nur von theoretischer Bedeutung. Die Begründung ist aus dem Bild ersichtlich: Die Bauart des Gerätes muss sicherstellen, dass der Restförderdruck bis zur Strömungssicherung abgebaut ist. Die dargestellte Ausführung „Gebläse hinter dem Wärmetauscher“ ist daher schwer zu realisieren.

Art B13

Das Gasgerät Art B13 – Gebläse/Ventilator vor dem Brenner – kann entweder die seit einigen Jahren auch in Deutschland verbreitete Ausführung von B-Geräten mit Strömungssicherung und ventilatorunterstütztem atmosphärischen Brenner (Vormischbrenner zur NOx-Reduzierung) oder auch ein kleiner konventioneller Gebläsebrenner sein. Auch hier muss der Restförderdruck bis zur Strömungssicherung abgebaut sein. Gasgeräte Art B13 und Gasgeräte mit atmosphärischem Brenner Art B11 dürfen also gemeinsam an eine Abgasanlage angeschlossen werden.

Bezüglich der Aufstellung von Gasgeräten Art B13 und ihrer Abgasabführung gelten die gleichen Bedingungen wie für Gasgeräte Art B11.

Art B14

Für Gasgeräte Art B14 – Gebläse hinter der Strömungssicherung als Bestandteil des Gerätes – gibt es zwei Möglichkeiten der Abgasabführung. Um die Abgase über eine Abgasanlage für Unterdruck abführen zu können, muss der eventuell vorhandene Überdruck beim Eintritt in den senkrechten Teil der Abgasanlage abgebaut sein. Ansonsten ist eine Abgasabführung über eine Abgasleitung für Überdruck erforderlich. In der Praxis sind derartige Geräte bisher nicht bekannt. Praxisrelevanter sind wahrscheinlich solche Gasgeräte, bei denen der Gerätehersteller die gesamte Abgasanlage mitliefert und Gerät und Abgasanlage „systemzertifiziert“ sind (siehe Ausführungen zu Art B44). In diesem Fall sind die Aufstellbedingungen für Deutschland sowohl für Unterdruck- als auch für Überdruckbetrieb ausreichend geregelt.

Ist das Gebläse nicht Bestandteil des Gerätes, sondern als Saugventilator an der Mündung der Abgasanlage angeordnet, sind die DVGW-Arbeitsblätter G 626 „Mechanische Abführung von Abgasen für raumluftabhängige Gasfeuerstätte in Abgas- bzw. Zentralentlüftungsanlagen“ oder G 660 „Abgasanlagen mit mechanischer Abgasabführung für Gasfeuerstätten mit Brennern ohne Gebläse; Installation“ zu beachten. In diesen Fällen handelt es sich aber dann wieder um die Geräteart B11.

Gasgeräte Art B2

Gasgeräte Art B2 haben keine Strömungssicherung und benötigen daher in aller Regel ein Gebläse. Ausnahmen gibt es z. B. bei Großküchengeräten. Im DVGW-Arbeitsblatt G 634 „Installation von Gasgeräten in gewerblichen Küchen in Gebäuden“ ist die Gasgeräte Art B21 genannt.

 Art B21

Die Geräteart B21 wurde in die Aufzählung aufgenommen. Die Einschränkung „zurzeit keine Erfassung in deutschen Aufstellregeln“ gibt es nicht mehr. Die Aufstellung ist durch die TRGI in Zusammenhang mit Arbeitsblatt G 634 geregelt. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gasgeräte, die unter Dunstabzugsanlagen aufgestellt werden. Mit einem Rückstrom, der die Verbrennung negativ beeinflussen kann, ist unter Dunstabzugsanlagen nicht zu rechnen.

Art B22

Bei Gasgeräten Art B22 werden die Abgase in der Regel im Überdruck abgeführt. Diese Geräteart ist häufig bei Brennwertgeräten anzutreffen. Die Abgasleitungen für Überdruck können in einem hinterlüfteten Schacht oder außen am Gebäude angeordnet sein. Hinsichtlich Planung und Aufstellung wird auf die Passagen zu Abgasabführung unter Überdruck im Abschnitt 10.1.1 der TRGI hingewiesen.

Bei Abgasleitungen, die außen am Haus hochgeführt werden, ist zusätzlich von Bedeutung, dass keine Vereisung auftritt. Deshalb ist der Bemessung der Abgasleitung bzw. einer zusätzlichen Wärmedämmung besondere Beachtung zu schenken.

Art B23

Bei Gasgeräten Art B23 (Gebläsebrenner) gibt es zwei unterschiedliche mögliche Versionen der Abgasabführung. Aus diesen resultieren unterschiedliche Anforderungen an die Aufstellung und an die Abgasabführung.

bei Brennwertgeräten meist Überdruckabgasanlage

Brennwertgeräte besitzen einen Restförderdruck am Abgasstutzen, der in der Regel für den Abtransport der Abgase ins Freie benötigt wird. Zur Abgasabführung muss daher grundsätzlich eine Überdruck-Abgasleitung benutzt werden. Wenn für diese Abgasleitung kein besonderer Nachweis der Dichtheit geführt wurde (bisher gilt dies beispielsweise bei durchgängig dicht geschweißten Leitungen als erfüllt) und sie innerhalb des Aufstellraumes nicht hinterlüftet (bzw. verbrennungsluftumspült) ist, muss der Raum eine ins Freie führende Lüftungsöffnung von mindestens 150 cm2 oder 2 x 75 cm2 besitzen. Der Schacht ist zu hinterlüften. Deshalb wird hinsichtlich Planung und Aufstellung auf die Passagen zu Abgasabführung unter Überdruck im Abschnitt 10.1.1 der TRGI hingewiesen.
Der Vollständigkeit halber wird darauf hingewiesen, dass unter bestimmten Bedingungen (siehe Ausführung zu Abschnitt 10.1.1 TRGI) auch mehrere Abgasleitungen in einem Schacht angeordnet sein dürfen.

Die Abgasabführung kann auch über eine für feuchten Betrieb geeignete Abgasleitung im Unterdruck (früher als feuchteunempfindlicher Schornstein bezeichnet) erfolgen. Dann muss der Überdruck aber am Eintritt in den senkrechten Teil der Abgasanlage abgebaut sein.

bei Gaskessel mit Gebläsebrenner, Überdruck am Abgasstutzen abgebaut

Konventionelle Kessel mit Gebläsebrenner bauen den Überdruck bis zum Abgasstutzen ab und geben das Abgas druckneutral über ein Verbindungsstück in eine Abgasleitung für Unterdruck oder einen Schornstein. Hierfür muss nur das Schutzziel 2 erfüllt sein.

Zusatzkennzeichnung "P"

Ist die Abgasabführung bei Gasgeräten Art B2 bestimmungsgemäß im Überdruck vorgesehen, werden die Gasgeräte mit der Zusatzkennzeichnung "P" versehen. Werden die Abgase im Überdruck abgeführt, ist für die Abgasanlage der entsprechende Absatz im Abschnitt 10.1.1 zu beachten.

Sonderreglung bei gasbeheizten Haushalts-Wäschetrocknern bis 6 kW

Bei gasbeheizten Haushalts-Wäschetrocknern (siehe Begriffe 2.5.4.13) ist der Abluftanteil im Abluft-/Abgas-Gemisch so hoch, dass hier in Abstimmung mit den Bauaufsichten der Länder eine Ausnahme festgelegt ist. Das Abluft-Abgas-Gemisch (feuchte Trocknungsluft mit Abgasanteilen) wird über die vom Hersteller gelieferte bzw. beschriebene Leitung ins Freie abgeführt. An diese Leitung werden nicht die Anforderungen wie an Abgasanlagen gestellt. Die Geräte sind mit der Zusatzkennzeichnung D – für „drier“ englisch „Trockner“ – versehen (B22D oder B23D). Siehe dazu auch Abschnitt 10.6 der TRGI.

Gasgeräte Art B3

Gasgeräte Art B32 und B33 entsprechen der bis zum Erscheinen der TRGI ’86/96 in Deutschland eingeführten Art D3.1, d. h. es sind raumluftabhängige Feuerstätten ohne Strömungssicherung mit Ventilator, bei denen alle unter Überdruck stehenden Teile des Abgasweges verbrennungsluftumspült sind und die an einen Schornstein oder eine Abgasleitung im Unterdruckbetrieb – auch mehrfach belegt nach DVGW-Arbeitsblatt G 637-1 „Anschluss von Gasfeuerstätten mit mechanischer Abgasabführung ohne Strömungssicherung an Hausschornsteine; Gasgeräte Art D3.1 und/oder D3.2“ – angeschlossen werden.

In diesem Arbeitsblatt werden noch die Arten D3.1 und D3.2 verwandt. Danach ist die Belegung von bis zu 5 Gasgeräten Art B3 übereinander an einem Schornstein bzw. einer Abgasleitung für Unterdruck unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Hinsichtlich der Verbrennungsluftversorgung muss Schutzziel 2 erfüllt sein.

Gasgeräte Art B4

Die Gasgeräte Art B4 wurde neu in den TR 1749 aufgenommen. Bei diesen Geräten handelt es sich um raumluftabhängige Gasfeuerstätten mit Strömungssicherung, bei denen die Abgasleitung und die Windschutzeinrichtung mit dem Gasgerät als System zertifiziert und Bestandteil der Lieferung des Geräteherstellers ist.

Es entfällt die Berechnung der Abgasanlage. Formteile der Abgasleitung, Querschnitt, maximale Länge und Anzahl der möglichen Umlenkungen werden in der Installationsanleitung des Herstellers beschrieben.

In der Praxis dürften solche Systeme dann von Vorteil sein, wenn durch die Abgasanlage in Gebäuden keine Geschosse bzw. keine Nutzungseinheiten überbrückt werden, also Dach gleich Decke ist. Anderenfalls ist eine Feuerwiderstandsdauer von 90 bzw. 30 Minuten gefordert. Diese hat die Abgasanlage nicht. Das bedeutet, dass sie in einem Schacht mit entsprechender Feuerwiderstandsdauer verlegt werden muss.

Art B44

Die Gasgeräte Art B44 hat den Vorteil, dass das Abgas mit Hilfe des Ventilators bis ins Freie gefördert werden kann. Damit kann auch bei Gasfeuerstätten mit Strömungssicherung, bei denen der thermische Auftrieb in der Abgasanlage wegen einer sehr kleinen Leistung oder niedrigen Abgastemperatur nicht ausreicht, das Abgas sicher ins Freie abgeführt werden. Die Abgasabführung wird dann in der Regel im Überdruck erfolgen. Dabei ist die Zusatzkennzeichnung „P“, also B44P, zu verwenden.

In den Systemzeichnungen der TRGI ist auch die Abgasabführung durch die Außenwand dargestellt. Bei Abgasabführung im Überdruck besteht bei entsprechender Auslegung des Ventilators diese technische Möglichkeit. Voraussetzung ist, dass diese Ausführung vom Hersteller vorgesehen, in der Installationsanleitung genannt und somit bei der Prüfung von der Prüfstelle auch geprüft ist.

Abgasabführung über Außenwand bedarf baurechtlicher Ausnahme

 Zu beachten ist jedoch, dass die Abgasabführung von raumluftabhängigen Gasgeräten durch die Außenwand in Deutschland der baurechtlichen Ausnahme im Einzelfall bedarf. Dies gilt auch bei kleinen Leistungen (unter 11 kW zur Beheizung und unter 28 kW zur Warmwasserbereitung), für die bei raumluftunabhängigen Gasgeräten (Art C) bereits eine baurechtliche Ausnahme in der MFeuV und der TRGI (Abschnitt 10.4.2.1) gegeben ist.

Gasgeräte Art B5

Die Gasgeräte Art B5 wurde auch neu in den TR 1749 aufgenommen. Bei diesen Geräten handelt es sich um raumluftabhängige Gasfeuerstätten ohne Strömungssicherung bei denen die Abgasleitung und die Windschutzeinrichtung mit dem Gasgerät als System zertifiziert und Bestandteil der Lieferung des Geräteherstellers ist.

Es entfällt die Berechnung der Abgasanlage. Formteile der Abgasleitung, Querschnitt, maximale Länge und Anzahl der möglichen Umlenkungen werden in der Installationsanleitung des Herstellers beschrieben.

Wie bei Art B4 gilt, dass solche Systeme dann von Vorteil sind, wenn durch die Abgasanlage in Gebäuden keine Geschosse bzw. keine Nutzungseinheiten überbrückt werden, also Dach gleich Decke ist. Anderenfalls ist eine Feuerwiderstandsdauer von 90 bzw. 30 Minuten gefordert. Diese hat die Abgasanlage nicht. Das bedeutet, dass sie in einem Schacht mit entsprechender Feuerwiderstandsdauer verlegt werden muss.

Art B52, B53

Bei den Gasgeräten Art B52, B53 wird die Abgasabführung in der Regel im Überdruck erfolgen. Dabei ist die Zusatzkennzeichnung „P“, also B52P, B53P, zu verwenden.

In den Systemzeichnungen der TRGI ist auch die Abgasabführung durch die Außenwand dargestellt. Bei Abgasabführung im Überdruck besteht bei entsprechender Auslegung des Ventilators diese technische Möglichkeit. Voraussetzung ist, dass diese Ausführung vom Hersteller vorgesehen, in der Installationsanleitung genannt und somit bei der Prüfung von der Prüfstelle auch geprüft ist.

Abgasabführung über Außenwand bedarf baurechtlicher Ausnahme

Zu beachten ist auch, dass die Abgasabführung von raumluftabhängigen Gasgeräten durch die Außenwand in Deutschland der baurechtlichen Ausnahme im Einzelfall bedarf. Dies gilt auch bei kleinen Leistungen (11 kW zur Beheizung und 28 kW zur Warmwasserbereitung), für die bei raumluftunabhängigen Gasgeräten (Art C) bereits eine baurechtliche Ausnahme in der MFeuV und der TRGI (Abschnitt 10.4.2.1) gegeben ist.

Abgasabführung im Überdruck

Auch bei Gasgeräten Art B kann die Abgasabführung im Überdruck erfolgen. Die bei Gasgeräten Art C bekannte Kennzeichnung mit „x“ gibt es hier jedoch nicht und ist auch nicht zu diskutieren. Es ist Folgendes zu beachten:

• Gasgeräte Art B1 und Art B2 sind definitionsgemäß Gasgeräte mit Abgasstutzen zum Anschluss an eine zum Gebäude gehörende Abgasanlage, für die auch weiterhin die bekannten Anforderungen an die Konstruktion ausreichend sind.

• Gasgeräte Art B3 erfüllen die Anforderungen bereits per Definition und müssen daher nicht extra gekennzeichnet werden.

• Gasgeräte Art B4 und B5 haben eine zugehörige Abgasleitung und Windschutzeinrichtung. Bei Abgasabführung im Überdruck ist für die Abgasanlage der entsprechende Absatz im Abschnitt 10.1.1 zu beachten.

2.5.2.3 Art C

neue Definition in MFeuV

In der MFeuV wurde der Begriff „raumluftunabhängige Feuerstätte“ neu aufgenommen. In der TRGI wird unter 2.5.2.3 diese Definition zitiert und kommentiert. Bei Gasgeräten, die die Anforderungen der DIN EN 483 „Heizkessel des Typs C mit einer Nennleistung gleich oder kleiner als 70 kW“ an die Dichtheit erfüllen, also bei einem Überdruck von 50 Pa gegenüber der Umgebung die vorgegebene Leckrate nicht überschreiten, kann die Erfüllung der Anforderungen der MFeuV angenommen werden.

wichtig – Zusatzkennzeichnung „x“

Für die Aufstellung von Gasgeräten Art C mit Gebläse, bei denen Abgase unter Überdruck gegenüber dem Aufstellraum abgeführt werden, ist es in Deutschland daher auch wichtig, dass alle unter Überdruck stehenden Teile des Abgasweges verbrennungsluftumspült sind oder die besondere Dichtheit durch die Bauart gewährleistet ist (MFeuV § 7, (8)). Dies wird durch einen weiteren Index „x“ gekennzeichnet. Dieser ist zurzeit eine nationale Festlegung. Wenn bei Gasgeräten Art C, deren Abgase unter Überdruck abgeführt werden, dieser Indexbuchstabe „x“ fehlt, muss der Aufstellraum belüftet sein (siehe dazu Abschnitt 8.2.3.1 der TRGI).

Art C ohne Gebläse benötigt kein „x“

Gasgeräte Art C ohne Gebläse (zweite Indexziffer 1, z. B. C11) haben kein „x“, da bei ihnen die Abgase im Unterdruck abgeführt werden. D. h., es gibt keine unter Überdruck stehenden Teile des Abgasweges.

Die unterschiedlichen Ausführungsmöglichkeiten für Gasgeräte Art C werden zu Abschnitt 2.5.2.3 noch kommentiert.

Die Bedeutung der ersten Indexziffer bei Gasgeräten Art C für die unterschiedlichsten Ausführungen der Verbrennungsluftzu- und Abgasabführung wird am besten durch die schematischen Darstellungen in der TRGI bzw. den Ausführungen zu diesen im Kommentar verdeutlicht.

Für die Gasgeräte mit jeweils getrennt angeordneter Verbrennungsluft- und Abgasabführungsleitung wird zwar davon ausgegangen, dass sie die verschärften Anforderungen nach der DIN EN 483 einhalten, es gibt aber keine Aussage zur Dauerhaltbarkeit der Dichtungen. Deshalb wurde diesen Gasgeräten keine „x“-Qualität (d. h. „durch die erfüllten erhöhten Dichtheitsanforderungen können Abgase auf Dauer nicht in Gefahr drohender Menge austreten“) zugeordnet.

neue Gasgeräte Art C9

Die Aussagen zur Verbrennungsluftzu- und Abgasabführung bei Gasgeräten Art C wurden in der TRGI um Festlegungen für die Gasgeräte Art C9 ergänzt. Siehe dazu die Ausführungen zu Gasgeräte Art C9 in diesem Kommentar.

Gasgeräte Art C1 jetzt auch Abgasabführung über Dach

In der TRGI sind gegenüber den TRGI ’86/96 zur Beschreibung Art C1 die Worte „oder über Dach“ eingefügt. Kriterium für C1 ist die horizontale Verbrennungsluftzu- und Abgasabführung, nicht die Abgasabführung durch die Außenwand.

Dabei ist zu beachten, dass die Abgasabführung über Dach (egal ob horizontale oder senkrechte Ausmündung) die Regelabgasabführung nach MBO und MFeuV darstellt. Die Abgasabführung durch die Außenwand ist eine baurechtliche Ausnahme, die nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig ist (siehe dazu auch Abschnitt 10.4.2 der TRGI).

Die schematischen Darstellungen von Gasgeräten Art C1 zeigen nur „echte“ Außenwandgeräte. Im Bild 22 der TRGI wird auch ein Gasgerät mit horizontaler Verbrennungsluftzu- und Abgasabführung über Dach dargestellt. Bezüglich der Aufstellbedingungen wird auf Abschnitt 8.2.3.1 und bezüglich der Abgasabführung auf Abschnitt 10.4.1 und 10.4.2 der TRGI und den zugehörigen Erläuterungen in diesem Kommentar verwiesen.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass bei Gasgeräten Art C1 mit Gebläse (Art C12, C13) ohne Zusatzkennzeichnung „x“ die Aufstellräume eine ins Freie führende Lüftungsöffnung von mindestens 150 cm2 (bzw. 2 x 75 cm2) haben müssen.

Gasgeräte Art C2

Die Darstellung zeigt ein Schachtsystem in einschenkeliger Bauweise, in dem die Verbrennungsluft zugeführt und die Abgase in dem gleichen Schacht abgeführt werden. In den neuen Bundesländern hatten die kombinierten Luft-Abgas-(KLA)Schornsteine in der Regel die dargestellte Verbrennungsluftzuführung durch einen unterhalb des Luft-Abgas-Schachtes angeordneten horizontalen Kanal. Das Problem dieses Systems besteht darin, dass der Abgasanteil in der Verbrennungsluft von Gerät zu Gerät zunimmt (wenn die Geräte betrieben werden) und damit die Verbrennungs-güte negativ beeinflusst wird. Dies kann bis zum Abheben der Flammen führen.
Nach § 7 der MFeuV sind Luft-Abgas-Systeme zur Abgasabführung daher nur noch zulässig, wenn sie getrennte Luft- und Abgasschächte haben.

Somit sind Gasgeräte Art C2 – die z. B. im „Vereinigten Königreich“ weit verbreitet sind, weil die beliebten offenen Kamine einen raumluftabhängigen Betrieb von Gasfeuerstätten erschweren – nach den geltenden deutschen baurechtlichen Bestimmungen nicht mehr zulässig.

Für bestehende Anlagen (diese dürfte es kaum noch geben) gilt das DVGW-Arbeitsblatt G 627 weiter, obwohl es formal zurückgezogen wurde, um Diskrepanzen zwischen Baurecht und DVGW-Regelwerk zu beseitigen.

Gasgeräte Art C3

Gasgeräte Art C3 sind die am häufigsten installierten raumluftunabhängigen Gasgeräte.

Die in früheren deutschen Normen enthaltene Begrenzung der Länge der Abgasab- und Verbrennungsluftzuführung auf maximal 4 m ist schon seit vielen Jahren entfallen. Damit gilt aber ggf., dass die Abgasleitung in einem Schacht mit einer Feuerwiderstandsdauer von 90 bzw. 30 Minuten (L 90 bzw. L 30) zu führen ist und auch die Deckendurchführung entsprechend ausgebildet sein muss, wenn Geschosse überbrückt werden. Die Verbrennungsluftumspülung allein kann die baurechtlichen Anforderungen innerhalb des Gebäudes nicht erfüllen. Ein formbeständiges Schutzrohr ist nur dann ausreichend, wenn sich über der Decke nur die Dachkonstruktion befindet; Abschnitt 10.1.1 der TRGI. Auf die neuen Erleichterungen bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 sei schon hier hingewiesen. Siehe dazu den Kommentar zu Abschnitt 10.1.1 der TRGI.

Außerdem wird auf die Erleichterung bei der Aufstellung für raumluftunabhängige Gasgeräte bei Lmax ≤ 50 kW hingewiesen, für die die Mündung der Abgasab- und Verbrennungsluftzuführung nur 40 cm von der Dachfläche entfernt sein muss. 40 cm von der Dachfläche entfernt bedeutet, dass dieser Abstand senkrecht (also im 90° Winkel) zur Dachfläche gemessen wird (siehe dazu auch Bild 22 der TRGI). Dabei ist es unbedeutend, ob die Leitungen „klassisch“ konzentrisch oder parallel geführt werden.

Die sonstigen Bestimmungen für Gasgeräte ohne die Zusatzkennzeichnung „x“ bleiben unberührt.

Gasgeräte Art C4

Das dargestellte Luft-Abgas-System (LAS) erfüllt die baurechtlichen Anforderungen von getrennten Luft- und Abgasschächten. An Gasgeräte Art C42 und C43 werden Bauartanforderungen gestellt, damit sie für die Betriebsweise an LAS geeignet sind.

Anschluss nach vereinfachten Verfahren möglich

Wenn das LAS vom DIBt allgemein bauaufsichtlich zugelassen ist und das dementsprechende Übereinstimmungszeichen trägt, kann der Anschluss der Gasgeräte nach einem vereinfachten standardisierten Verfahren erfolgen. Die DVGW-Merkblätter G 635 „Gasgeräte für den Anschluss an ein Luft-Abgas-System für Überdruckbetrieb (standardisiertes Verfahren)“ und G 636 „Gasgeräte für den Anschluss an ein Luft-Abgas-System für Unterdruckbetrieb (standardisiertes Verfahren)“ regeln die Zuordnung der Gasgeräte Art C4 zu Abgaswertegruppen.

bessere Vergleichbarkeit der Gasgeräte verschiedener Hersteller

Dies ermöglicht die Anwendung der vereinfachten standardisierten Anschlussmöglichkeit an die oben genannte LAS, wenn diese in ihren allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen diese Abgaswertegruppen berücksichtigen. Damit werden die Installation und der Austausch von Gasgeräten Art C4 wesentlich erleichtert. In den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der LAS werden nicht mehr bestimmte Hersteller und Gerätetypen, sondern mögliche Abgaswertegruppen und die mögliche Anzahl der Gasgeräte je System genannt.

Geräte Art C4 können sowohl an einen Neubau-LAS als auch an Bestands-LAS angeschlossen werden, wenn der Hersteller die entsprechenden Anschlussstücke als baumustergeprüfte Teile zur Verfügung stellt.

Bei Altbau-LAS werden die Züge vorhandener Schornsteine sowohl für die Abgasabführung als auch für die Verbrennungsluftzuführung verwendet.

Gasgeräte Art C5

Bei Gasgeräten Art C5 befinden sich die Mündungen der Verbrennungsluftzu- und Abgasabführung nicht im gleichen Druckgebiet. Das erfordert Maßnahmen im Gerät, um die Beeinflussung der Verbrennung durch Druckunterschiede in Folge von Luv/Lee-Wirkungen zu verhindern. Deshalb ist die Art C51, d. h. ohne mechanische Luft und/oder Abgasführung und dann meistens auch ohne Anschluss elektrischer Hilfsenergie, in der Praxis nicht vorstellbar.

Für Gasgeräte Art C52 und C53 ist ebenfalls als Mündungshöhe über Dach ein Abstand von 40 cm über der Dachfläche ausreichend (bis L ≤ 50 kW).

Die mit dem Doppelrohr im Aufstellraum und der Abgasleitung an der Außenwand dargestellte Variante bietet zwei Vorteile. Erstens kann das Gasgerät in einem Aufstellraum (ohne Öffnungen ins Freie) aufgestellt werden. Zweitens kann die Abgasleitung außen am Gebäude verlegt und trotzdem eine relativ große Länge realisiert werden. Da die kalte Außenluft nur die kurze horizontale Strecke die Abgasleitung umspült, ist die Einfriergefahr geringer als bei Zuführung der Verbrennungsluft von der Mündung (wie bei Art C3) und damit vollständiger Verbrennungsluftumspülung der Abgasleitung über die ganze Länge. Zusätzlich kann der senkrechte Teil der Abgasleitung mit Wärmedämmung ausgeführt werden.

Gasgeräte Art C6

Bei Gasgeräten Art C6 ist die Abgasanlage nicht Bestandteil des Gerätes. Es ist praktisch die Grundversion einer raumluftunabhängigen Gasfeuerstätte. Im TR 1749 wird empfohlen, dass die Hersteller in der Installationsanleitung und auf dem Geräteschild angeben sollen, für welche Installationsarten dieses spezielle Gasgerät Art C6 geprüft und damit geeignet ist, z. B. C63 (C13, C33). Dies bedeutet, dass das Gasgerät mit einer separat gelieferten Zuluft-/Abgasleitung als Gasgeräte Art C mit horizontaler oder senkrechter Verbrennungsluftzu- und Abgasabführung installiert werden kann.

In der Regel geben die Hersteller in der Installationsanleitung und auf dem Geräteschild aber mehrere Gasgeräte-Arten an, für die das Gasgerät geprüft ist, z. B. B33, C13, C33, C43, C63 und C83. Dies bedeutet, dass dieses spezielle Gasgerät sowohl mit als auch ohne zugehörige Abgasleitung geprüft und zertifiziert ist. Der Installateur hat dann die Wahl, ob er das Gasgerät als ein System mit Abgasleitung in einer der genannten Arten (also auch raumluftabhängig als Art B33) oder als Art C6 installiert. Die separate Abgasleitung kann einer harmonisierten europäischen Norm, einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung oder einer europäischen Zulassung entsprechen. Sie ist entsprechend den vom Hersteller des Gasgerätes vorgegebenen Wertetripeln (Gerätedaten), die im Rahmen der Baumusterprüfung auch kontrolliert werden, hinsichtlich Material, Querschnitt, Länge und Anzahl der Umlenkungen sowie der Verlegungsart auszuwählen und an das Gerät anzupassen. Diese Geräteart ist in Deutschland etwas aus der Mode gekommen. Sie hat aber den Vorteil, dass die Abgasleitung bei Austausch des Gasgerätes verbleiben kann, wenn sie sich noch in einem ordnungsgemäßen Zustand befindet und durch den rechnerischen Nachweis die Tauglichkeit für das neue Gasgerät (dieses muss auch wieder ein Gerät Art C6 sein) nachgewiesen wird.

Art C61

Die Geräteart C61 ist keine gängige Variante. Die Abgasabführung und Verbrennungsluftzuführung muss in diesem Fall durch die Thermik in der Abgasleitung realisiert werden. Dies erfordert sehr hohe Abgastemperaturen.

Dagegen sind die Ausführungen C62X und C63X in der dargestellten Installationsart in Deutschland geläufig; z. B. Brennwertkessel mit Gebläseunterstützung nach DIN EN 483 „Heizkessel des Typs C mit einer Nennleistung gleich oder kleiner als 70 kW“ (dabei ist es unerheblich, ob die Art C62 oder C63 vorliegt), die raumluftunabhängig betrieben werden, indem die Verbrennungsluft aus dem Schacht der hinterlüfteten Abgasleitung entnommen wird.

Ein raumluftunabhängiger Betrieb von Gasgeräten, bei denen die Abgasanlage unter Überdruck stehen kann, erscheint nur sinnvoll, wenn die Gasgeräte „x“-Qualität haben, denn anderenfalls benötigt der Aufstellraum eine Lüftungsöffnung von 150 cm2 oder 2 x 75 cm2.

Gasgeräte Art C7

Gasgeräte Art C7 haben außerhalb des Aufstellraumes sowohl abgas- als auch luftseitig eine Ausgleichsöffnung, über die Verbrennungsluft zum Gerät geführt und ggf. Tertiärluft angesaugt und dem Abgas beigemischt wird. Diese Ausgleichsöffnung ähnelt in ihrer Funktion einer Strömungssicherung. Für diese Gasgeräte-Art trifft die Definition der raumluftunabhängigen Feuerstätte eigentlich nicht zu. Die Verbrennungsluft wird der Feuerstätte nicht nur durch Leitungen direkt vom Freien zugeführt. Sowohl Abgasabführung als auch Verbrennungsluftzuführung sind zum Dachboden hin offen.

Da diese Ausführung in Deutschland bislang nicht gebräuchlich war, gibt es hierfür auch keine Erfassung in deutschen Aufstellregeln. Die Gasgeräte sind der Vollständigkeit halber gemäß CEN/TR 1749 und zur Erläuterung dargestellt.

Nach aktuellen Informationen wird diese Geräteart von britischen Herstellern vertrieben, soll jedoch in Zukunft nicht mehr hergestellt werden. Es ist daher von einer Streichung in der nächsten Ausgabe des TR 1749 auszugehen.

Im Bedarfsfall sind die Aufstellbedingungen mit der zuständigen Bauaufsicht abzustimmen. In der Regel wird sich eine baurechtliche Ausnahme erforderlich machen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Verlegung der Abgasleitung nicht in einem Schacht möglich ist (sonst wäre die Ausgleichsöffnung wirkungslos). Außerdem ist zu beachten, dass das Gasgerät im Aufstellraum raumluftunabhängig betrieben wird, obwohl es bezogen auf den darüber liegenden Raum raumluftabhängig ist. Es sind also besondere Anforderungen an den Bodenraum über dem Aufstellraum zu stellen. Sinngemäß sind für diesen Raum Schutzziel 1 und 2 zu beachten. Da diese Geräte nicht mit einer Abgasüberwachungseinrichtung (AÜE) ausgerüstet sind, ist auf jeden Fall eine Lüftungsöffnung zum Freien erforderlich, die gleichzeitig als Verbrennungsluftöffnung dienen kann.

Gasgeräte Art C8

Bei Gasgeräten Art C8 handelt es sich um eine deutsche Geräteausführung, deren Aufstellung und Abgasabführung im DVGW-Arbeitsblatt G 637-1 geregelt ist. Die frühere nationale Bezeichnung (die auch noch im DVGW-Arbeitsblatt G 637-1 verwandt wird) lautete „Geräte Art D3.2“.

Die Bestimmungen für die Lüftung des Aufstellraumes bei Geräteausführungen ohne „x“-Kennzeichnung sind zu beachten.

Zu beachten ist auch, dass die möglichen Anschlusszahlen an Abgasanlagen abhängig von der Ausführung und lichten Weite der Abgasanlage nach wie vor in DVGW-Arbeitsblatt G 637-1 geregelt sind und dieses Arbeitsblatt nicht an die neuen Gasgeräte-Art-Bezeichnungen angepasst wurde. In diesem Arbeitsblatt werden noch die Arten D3.1 und D3.2 verwandt.

Gasgeräte Art C9

Die Gasgeräte Art C9 wurden neu in den TR 1749 aufgenommen. Bei diesen Geräten handelt es sich um raumluftunabhängige Gasfeuerstätten, bei denen die mit dem Gasgerät als System zertifizierte einschalige Abgasleitung in einen bauseits vorhandenen Schacht eingebaut wird. Die Abgasleitung ist also Bestandteil der Lieferung des Geräteherstellers. Die Verbrennungsluft wird dem Gasgerät als eine, die Abgasleitung umspülende, Gegenströmung im Schacht zugeführt.

ursprünglich typische Installation Art C6

Betrachtet man die Entwicklungsformen zu dieser neuen Gasgeräte-Art in Deutschland, so war diese Installation ursprünglich die typische Ausführungsart von Brennwertgeräten der Gasgeräte Art C6 mit einer allgemein bauaufsichtlich zugelassenen Abgasleitung. Gasgerät und Abgasleitung wurden von unterschiedlichen Herstellern geliefert. Die Abstimmung von Gasgerät und Abgasleitung erfolgte mittels Wertetripel des Geräteherstellers über ein Querschnittsberechnungsprogramm. Die einschalige Abgasleitung wurde frei im Aufstellraum und dann im vorhandenen Schacht verlegt.

Doppelrohr im Schacht auch weiterhin Art C3

Eine Alternative zu dieser Ausführung ist die Verlegung der Verbrennungsluftzu- und Abgasabführung von C3 Geräten im vorhandenen Schacht. Dies hat den Vorteil, dass ggf. noch vorhandene Verschmutzungen im Schacht (wenn dieser vorher als Schornstein genutzt wurde) nicht in das Gasgerät gelangen. Der Schacht hat in diesem Fall lediglich die brandschutztechnische Funktion der Vermeidung einer Brandübertragung von Geschoss zu Geschoss. Nachteilig sind aber die höheren Kosten für das Doppelrohr.

Verbrennungsluftleit-ung nicht vom Hersteller geliefert

Einige Hersteller ließen sich Gasgerät und eine einschalige Abgasleitung, die in einen vorhandenen Schacht eingebaut werden soll, als System zertifizieren. Diese Ausführungsart wurde ebenfalls als Gasgerät Art C3 bezeichnet. In Abschnitt 5.6.2 der TRGI ’86/96 war jedoch ausgesagt, dass die Leitungen für die Verbrennungsluftzuführung und Abgasabführung bei Gasgeräten Art C1, C3, C4, C5 und C8 Bestandteile der Feuerstätten sind und hierfür nur Originalteile des Herstellers verwendet werden dürfen. Als Leitung für die Verbrennungsluftzuführung wurde aber der bauseits vorhandene Schacht verwendet.

Dieser Widerspruch wurde scheinbar gelöst, indem die beschriebene Installation vom DVGW als Sonderform Art C3 bezeichnet wurde. Mit der Aufnahme der Gasgeräte Art C9 ist diese Installationsart jetzt deutlich und ohne Widersprüche beschrieben (siehe die Eingangsabsätze zu Abschnitt 2.5.2.3).

Da es sich um eine systemzertifizierte Einheit von Gasgerät, Abgasleitung und Mündungs-Windschutzeinrichtung handelt, sind die Ausführung der Abgasleitung und die maximal mögliche Länge in der Installationsanleitung des Herstellers beschrieben. Zusätzlich muss die Einbauanleitung des Herstellers Aussagen zum Schacht (Mindestquerschnitt, Schachtqualität – eventuelle Reinigung vor dem Einbau der Abgasleitung notwendig) und zur Verlegung der Leitung im Schacht enthalten.

2.5.3 Gerätekategorien

Gasgerätekategorien sagen aus, für welche Gasfamilien und Gasgruppen ein Gasgerät geprüft und dementsprechend geeignet ist.

Die römische Ziffer gibt an, ob es sich um:

• Kategorie I – eine „Einfachkategorie“, geeignet für Gase einer Gasfamilie – früher „Eingasgerät“,

• Kategorie II – eine „Zweifachkategorie“, geeignet für Gase zweier Gasfamilien – früher „Mehrgasgerät“, oder

• Kategorie III – eine „Dreifachkategorie“, geeignet für Gase dreier Gasfamilien – früher „Allgasgerät“ handelt.

Die arabische Ziffer im Index gibt an, ob der Betrieb mit der:

• Gasfamilie 1 – Stadtgas,

• Gasfamilie 2 – Erdgas oder

• Gasfamilie 3 – Flüssiggas geprüft wurde und zulässig ist.

Die DIN EN 437 „Prüfgase, Prüfdrücke, Gasgerätekategorien“ enthält Angaben dazu, welche Gasgerätekategorien entsprechend der nationalen Besonderheiten in welchem Land eingesetzt werden dürfen.

Nachdem Stadtgas in Deutschland nicht mehr verteilt wird, macht eine Dreifachkategorie keinen Sinn mehr. Es ist aber nicht auszuschließen, dass solche Gasgeräte noch angetroffen werden.

In Deutschland können nur Gasgeräte verwendet werden, die mit einer der nachfolgend genannten Kategorien gekennzeichnet sind.

I – Einfachkategorien:

• I2ELL – Gasgerät, das für die 2. Gasfamilie nach DVGW-Arbeitsblatt G 260 geeignet ist.

• I2E – Gasgerät, das nur für H-Gas nach DVGW-Arbeitsblatt G 260 geeignet ist.

• I2N – Gasgerät mit Selbstanpassung der Wärmebelastung und Verbrennungsgüte des Gerätes an den Wobbe-Index-Wert des verteilten Gases. Das Gasgerät kann ohne Umrüstung oder Eingriff beim festgelegten Anschlussdruck mit allen Gasen der 2. Gasfamilie betrieben werden.

• I2R – Gasgerät mit Gebläsebrenner, der vor Ort mittels Druckregler eingestellt wird, und das somit mit allen Gasen der 2. Gasfamilie betrieben werden kann.

• I3B/P – Gasgerät, das für alle Gase der 3. Gasfamilie nach DVGW-Arbeitsblatt G 260 geeignet ist.

• I3P – Gasgerät, das nur für den Betrieb mit Propan geeignet ist (die Gasgeräte sind nur dort einsetzbar, wo sichergestellt ist, dass die Versorgung nicht mit einer Propan/Butan-Mischung aus einer Campingflasche erfolgt).

• I3R – Gasgerät mit Gebläsebrenner, der vor Ort mittels Druckregler eingestellt wird, und das somit mit allen Gasen der 3. Gasfamilie betrieben werden kann.

II – Zweifachkategorien:

• II2E3B/P – Gasgerät, geeignet für H-Gas und für die 3. Gasfamilie nach DVGW-Arbeitsblatt G 260.

• II2ELL3B/P – Gasgerät, geeignet für alle Gase der 2. und 3. Gasfamilie nach DVGW-Arbeitsblatt G 260.

• II2R3R – Gasgerät mit Gebläsebrenner, der vor Ort mittels Druckregler eingestellt wird, und das somit mit allen Gasen der 2. und 3. Gasfamilie betrieben werden kann.

Zur Verdeutlichung noch einmal eine Gegenüberstellung der Gasgerätekategorien „früher/heute“.

 

früher

heute

III

für Deutschland nicht mehr erforderlich

II2HL3

II2ELL3B/P

I2HL

I2ELL

I3

I3B/P

2.5.4 Unterscheidung der Gasgeräte nach dem Verwendungszweck

Wegen der zunehmenden Bedeutung wurden weitere Begriffe in die TRGI aufgenommen. Im Unterschied zu den TRGI ’86/96 werden bei der Erläuterung der Gasgeräte nach dem Verwendungszweck in der DVGW-TRGI 2008 die gebräuchlichen bzw. die in Europa bekannten Gasgeräte-Arten (Art A, B oder C) mit genannt. Nachfolgend wird bei einigen wenig bekannten Arten auf Vor- und Nachteile hingewiesen.