Vorwort

Mit der Fortschreibung des DVGW-Arbeitsblattes G 600, DVGW-TRGI ’86/96, legt das bearbeitende Fachgremium Technisches Komitee „Gasinstallation“ die Ergebnisse jahrelanger Befassung mit wesentlichen Neuerungen und notwendigen Anpassungen vor.

Die Anpassungen und Neuerungen kommen zum einen den mit dem europäischen Integrationsprozess erfolgten Veränderungen der baurechtlichen Grundlagen-Verordnungen nach, siehe die neue Musterbauordnung MBO, November 2002, die Muster-Feuerungsverordnung MFeuV, Juni 2005, sowie unter anderem auch die Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen, MLAR. Zum anderen standen die bereits seit 1996 bzw. seit 1998 geführten Diskussionen und angeschlossenen Untersuchungsvorhaben für die Sachverhalte „Einführung von Kunststoff-Innenleitungen in der Gasinstallation“ und „Einführung von Maßnahmen zur Manipulationsabwehr/-erschwerung“ als Auslöser für sehr umfangreiche und intensive Erörterungen und Abklärungen zwischen dem Gasfach und den öffentlich-rechtlichen Institutionen, das Bauaufsichtsrecht und das Energierecht betreffend. Die durchgeführten Feldinstallationen von Kunststoff-Innenleitungen (Mehrschicht-Verbundrohr oder PE-X-Rohr) über bauaufsichtliche Einzelzulassungen und jeweils unter Fachbetreuungen sowie die praktizierten Feldeinführungen der passiven (im Jahre 2000) und aktiven (ab 2004) Schutzvorkehrungen gegen Eingriffe Dritter bzw. Manipulationen lieferten die ausreichenden Erkenntnisse und damit die notwendige Erfahrung zur jetzigen allgemeinen Einführung als Fachpraxis.

Konkret verbindet sich damit neben Weiterem insbesondere die Einführung des Gasströmungswächters als neues Bauteil für die Gasinstallation. Der Gasströmungswächter dient einerseits als zusätzliche Schutzeinrichtung zur Einhaltung der neu eingeführten Aufgabenstellung der Manipulationserschwerung und andererseits in Kombination mit der thermischen Absperreinrichtung als Sicherheitselement zur Darstellung der Brand- und Explosionssicherheit bei Kunststoffleitungssystemen.

Das Bemessungsverfahren für die Auslegung und Erstellung der Leitungsanlage wurde grundlegend umgestaltet und stärker zur Berücksichtigung der Anwenderbelange aufbereitet. Es trägt damit sowohl diesem Sachverhalt unter anderem durch Integrieren der Auswahl von Typ, Größe und Einbauort des Gasströmungswächters als auch der generellen Situation mit inzwischen geänderten Installationstechniken und -bauteilen (angepasste Zeta-Werte, siehe neues DVGW-Arbeitsblatt G 616) sowie der Nutzungscharakteristik der inzwischen veränderten Gasgeräte (Gleichzeitigkeitsfaktoren) Rechnung. Mit dem ebenfalls neuen DVGW-Arbeitsblatt G 617 „Berechnungsgrundlagen zur Dimensionierung der Leitungsanlage von Gasinstallationen“ wird diese umfassende Thematik technisch abgerundet. Der mit dieser TRGI-Überarbeitung eingeführte höhere zulässige Druckverlust von 300 Pa (3 mbar), gegenüber bislang 2,6 mbar, erfordert nun einen Nenn-Ausgangsdruck am Gas-Druckregelgerät von 23 mbar.

Die bisher separaten DVGW-Arbeitsblätter G 624 „Nachträgliches Abdichten von bestehenden Gas-Innenleitungen“ bzw. G 670 „Gasfeuerstätten und mechanische Entlüftungseinrichtungen“ wurden zum Teil bzw. vollständig in diese TRGI aufgenommen. Die Aussagen und Anforderungen zu „Betrieb und Instandhaltung“ sind ebenfalls integraler Teil der TRGI.

Die baurechtlichen Belange dieser überarbeiteten DVGW-TRGI, Ausgabe 2008, sind mit den Baubehörden, vertreten in der Konferenz der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder (ARGEBAU), abgestimmt.